VDZ - Formular (nach VDI2035):
Das VDZ-Formular (Verfahrensdatenzettel) ist ein standardisiertes Dokument aus dem deutschen Heizungs- und Sanitärhandwerk, das im Rahmen der Inbetriebnahme, Wartung und Überprüfung von Heizungsanlagen eingesetzt wird.
Was ist das VDZ - Formular?
- Der Verfahrensdatenzettel dient als einheitlicher Nachweis für die ordnungsgemäße Befüllung und Inbetriebnahme einer Heizungsanlage mit Heizungswasser. Er dokumentiert alle relevanten Qualitätsparameter des Heizungswassers und die durchgeführten Maßnahmen zur Wasseraufbereitung – und bildet damit die Grundlage für Gewährleistungsansprüche gegenüber Heizungsherstellern.
Rechtlicher und normativer Hintergrund:
- Das Formular basiert auf der VDI 2035, der zentralen Richtlinie zur Verhütung von Schäden durch Korrosion und Steinbildung in Warmwasser-Heizungsanlagen. Viele Kesselhersteller machen die Gewährleistung ihrer Geräte davon abhängig, dass die Anforderungen der VDI 2035 eingehalten und mit einem VDZ oder vergleichbarem Dokument nachgewiesen werden.
Inhalt des Formulars:
- Das VDZ erfasst zunächst die Anlagendaten: Auftraggeber und Anlagenstandort, Anlagentyp und Kesselleistung, Anlagenvolumen in Litern sowie das Baujahr und den Hersteller des Wärmeerzeugers. Dann folgen die Wasserbeschaffenheit und Grenzwerte nach VDI 2035: der elektrische Leitwert des Füll- und Ergänzungswassers in µS/cm, der pH-Wert des Heizungswassers (Zielbereich 8,2 bis 10,0), die Gesamthärte des Füllwassers in °dH, der Sauerstoffgehalt sowie der Chloridgehalt. Bei Systemen mit Mischinstallation aus verschiedenen Metallen gelten besondere Grenzwerte. Weiterhin dokumentiert das Formular die durchgeführten Aufbereitungsmaßnahmen: ob eine Enthärtung, Vollentsalzung oder Dosierung von Korrosionsschutzmitteln erfolgt ist, welche Produkte und Mengen eingesetzt wurden und ob ein Spülprotokoll vorliegt. Abschließend enthält das VDZ die Messergebnisse der Wasseranalyse bei Erstbefüllung sowie Datum, Unterschrift des ausführenden Fachbetriebs und gegebenenfalls eine Bestätigung durch den Anlagenbetreiber.
Warum das Formular praktisch wichtig ist!
- Ohne einen korrekt ausgefüllten VDZ oder gleichwertigen Nachweis können Hersteller im Schadensfall – etwa bei Korrosionsschäden am Wärmetauscher – die Gewährleistung verweigern. Das Formular schützt also sowohl den Fachbetrieb als auch den Anlagenbetreiber. Es sollte bei jeder Erstinbetriebnahme, nach größeren Reparaturen mit Wasserverlust und bei vollständiger Neubefüllung der Anlage erstellt und sicher aufbewahrt werden.
>>> Speziell nach Verfahren B <<<
Das VDZ-Formular nach Verfahren B gemäß VDI 2035 Blatt 1 ist das spezialisierte Nachweisdokument für Heizungsanlagen, die mit vollentsalztem oder stark aufbereitetem Wasser befüllt werden.
Was Verfahren B bedeutet?
- Verfahren B bezeichnet den Betrieb einer Heizungsanlage mit leitwertarmem Füllwasser – also Wasser, dessen elektrischer Leitwert auf maximal 100 µS/cm bei 25 °C begrenzt ist. In der Praxis wird dafür vollentsalztes Wasser (VE-Wasser, Leitwert unter 10 µS/cm), Umkehrosmosewasser oder enthärtetes und anschließend weiterbehandeltes Wasser verwendet. Verfahren B ist für alle Anlagengrößen zulässig und gilt als das technisch anspruchsvollste, aber auch zuverlässigste Verfahren zur Vermeidung von Kalkstein- und Korrosionsschäden.
Aufbau und Inhalt des Formulars:
- Der erste Abschnitt erfasst die vollständigen Anlagendaten: Betreiber und Standort, Hersteller und Typ des Wärmeerzeugers, Nennwärmeleistung, Anlagenvolumen, maximale Betriebstemperatur und -druck sowie den Systemtyp als offenes oder geschlossenes System. Außerdem werden alle vorhandenen Werkstoffe dokumentiert, da bei Mischinstallationen mit Aluminium besondere pH-Grenzen gelten.
- Der zweite Abschnitt ist das Kernstück des Formulars und dokumentiert die Wasserqualität nach Verfahren B. Hier werden folgende Parameter mit Messwerten, Grenzwerten und Bewertung eingetragen: der elektrische Leitwert des Füllwassers (Grenzwert ≤ 100 µS/cm, empfohlen < 10 µS/cm für VE-Wasser), der pH-Wert des Heizungswassers im Betrieb (Standardsystem 8,2 bis 10,0; Mischinstallation mit Aluminium 6,5 bis 8,5), der Sauerstoffgehalt (< 0,05 mg/l), der Chloridgehalt (< 50 mg/l), der Sulfatgehalt (< 50 mg/l), der Eisengehalt (< 0,2 mg/l) sowie der Systemleitwert im Betrieb als Überwachungsparameter.
- Im dritten Abschnitt werden die durchgeführten Aufbereitungsmaßnahmen dokumentiert – insbesondere ob eine Vollentsalzungsanlage, eine Umkehrosmoseanlage oder ein Ionenaustauscher eingesetzt wurde, ob ein Korrosionsschutzmittel (Inhibitor) dosiert wurde und welches Produkt mit welcher Konzentration verwendet wurde. Bei Inhibitoreinsatz ist die Trinkwasserzulassung anzugeben.
- Der vierte Abschnitt enthält das Befüllungs- und Inbetriebnahmeprotokoll mit Datum der Erstbefüllung, Füllmenge, Spülvolumen, Druckprüfungsnachweis, Entlüftungsbestätigung und Nachweis der Expansionsgefäßprüfung.
- Der fünfte Abschnitt ist für die laufende Leitwertüberwachung vorgesehen – ein Alleinstellungsmerkmal von Verfahren B. Hier werden Datum, Messwert und Bewerter regelmäßiger Nachkontrollen eingetragen, da VDI 2035 bei Verfahren B eine wiederkehrende Überwachung des Systemleitwerts vorschreibt. Abschließend folgen Unterschriften des ausführenden Fachbetriebs mit Stempel sowie die Empfangsbestätigung des Anlagenbetreibers.
Was beim Ausfüllen besonders zu beachten ist!
- Der kritischste Punkt ist die Unterscheidung nach Werkstoffkombination. Bei reinen Stahl- oder Kupfersystemen gilt der pH-Bereich 8,2 bis 10,0. Sobald Aluminium verbaut ist – etwa bei modernen Niedertemperatur- oder Brennwertkesseln – darf der pH-Wert 8,5 nicht überschreiten, da Aluminium in stark alkalischem Wasser korrodiert. Dieser Punkt muss im Formular ausdrücklich dokumentiert sein. Der Systemleitwert im Betrieb darf 100 µS/cm nicht dauerhaft überschreiten. Wird dieser Wert überschritten, ist eine Nachspeisung mit aufbereitetem Wasser oder eine Teilentleerung und Neubefüllung erforderlich, was ebenfalls zu dokumentieren ist. Bei Inhibitoreinsatz in Verbindung mit Verfahren B ist darauf zu achten, dass das verwendete Produkt für vollentsalztes Wasser geeignet ist, da manche Inhibitoren auf dem Ionentauscherprinzip basieren und in VE-Wasser ihre Wirksamkeit verlieren können.
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